Holger
Himmel und Hölle
Ein Tag im Sommer ganz normal und unscheinbar, eigentlich unnormal normal. Stiller Sonnenaufgang sanfter Morgengesang der Vögel, nach dem heißen Tag folgte die Abkühlung der Nacht die Morgenfrische ließ den Schlaf erträglich werden. Viel zu früh um schon aufzustehen. Er nennen wir ihn Markus schlief die ganze Nacht schon unruhig, lange Zeit hatte er mit der Schwüle des Abends in dieser Sommernacht gekämpft. Ein stummer Blick auf den wie immer viel zu früh gestellten Wecker ließ ihn hoffen doch noch einen sanften Schlaf zu finden. Erst 4.oo Uhr es ist noch Zeit zwei Stunden noch dann müsste er aufstehen, Ach ich lass mich mit dem sanften Vogelgesang des doch schönen Morgengrauens noch etwas in die Traumeswelt entführen. Doch dies sollte wie so oft in der letzten Zeit nur ein Wunsch des Gedankens bleiben. Markus streichelte weich das Haar seiner großen Liebe Rita die neben ihm im Schlaf ein kleines zufriedenes Lächeln hatte. Von was sie doch jetzt träumen mag? In Gedanken versunken dachte er über die letzten Wochen nach, seine letzten Einsätze in seinem Beruf als Bereitschaftspolizist waren sie doch Routine und trotzdem hatten alle ihre eigene Geschichte. Ach was soll das Denken sagte Markus zu sich selbst, heute ist Freitag und das Wochenende ist dienstfrei da genieße ich mit Rita und den Kinder das Wochenende im Garten. Mal richtig ausspannen und abends grillen mit Kind und Kegel. Doch in diese wohl verdienten Wünsche klingelte es, nicht der Wecker nein die Tür. Ach nein geht das schon wieder los, früh halb fünf das kann nichts Gutes sein. Er stand vorsichtig auf, Rita murmelte nur was ist? Schlaf ruhig weiter ist nichts.
Auf dem Weg zur Tür ahnte er schon das Wochenende wird wohl sich anders gestalten als geplant. Richtig ein Kollege der unter ihm im Haus wohnte, und per Telefon benachrichtigt wurde teilte ihm nur kurz mit komm wir müssen in die Dienststelle kommen. Na prima mal sehen was für Spinner wieder einmal mein Wochenende verderben sagte Markus kurz seinem Kollegen. Ist ok, bis dann und er schloss die Tür.Rita kam ganz verschlafen ihm entgegen, sie blickte kurz in seine Augen sag nichts ich weiß Bescheid hab ja schließlich einen Polizisten geheiratet. Willst noch einen Kaffe? Ja wenn’s schnell geht, wird schon nichts besonderes sein. Weißt ja bei dem Wetter da drehen manche durch, bin heute pünktlich daheim und dann gehen wir für das Wochenende einkaufen Ok.
Halb im Stehen trank er hastig eine Tasse Kaffee und langsam kam sein Kreislauf auf Temperatur. Er verabschiedete sich kurz von Rita, ich ruf dich an und verließ Haus und Wohnung. An seinem Auto angekommen gingen ihm wie immer die gleichen Gedanken durch den Kopf, ein kurzer Blick zurück es war jedes Mal wie ein kleiner Abschied. Ein Abschied ins Ungewisse aber gerade dies liebte er an seinem Beruf das Ungewisse. Es war jedes Mal eine neue Herausforderung an sich selbst. Den Weg zur Dienststelle genoss er, waren doch an diesem Freitagmorgen die Straßen frei und er konnte noch etwas ruhiger die Fahrt angehen. In der Dienststelle angekommen erwarteten ihn schon einige seiner Kollegen der Hundertschaft. Nach und nach trafen die restlichen ein. Der übliche Gang zur Waffenkammer, Empfang der Dienstwaffe und kurze Worte um was es eigentlich geht. Wir verlegen nach Weißwasser dort brennt es, sprach ein Kollege. Ach wieder mal ein paar Spinner die eine Demo machen. Nein, nein der Wald. Haben die keine Feuerwehr? Quatsch nicht so blöd. Wir werden sehen was auf uns zu kommt. Na toll und wie lange darf der Spaß den sein ich will schließlich am Wochenende grillen, murrte Markus. So wies aussieht kannst Du das vergessen antwortete Clemens sein Freund und Kollege. Na dann mal los, Markus nahm seine Einsatzausrüstung das Einsatzgepäck für alle Fälle wenn es doch mal länger dauert als einen Tag und trottete zum Mannschaftsbus. Er stieg ein und dachte kurz an Rita daheim.
Nun begann die Reise die er schon so oft gemacht, und alles war wie immer wenn es zu den Einsätzen außerhalb seiner Dienststelle ging. Späße wurden gemacht der eine erzählte von seiner Familie ein anderer seine neuesten Auto Pläne und so mancher alte Unsinn wurde als Erheiterung in den Raum geworfen. So verging die Zeit die er immer wieder nicht mochte, das Warten auf das Ungewisse. Nach guten 2 Stunden Fahrt kamen sie nun endlich an ihrem Melde Ort an. Der Hundertschaftsführer ging wie üblich zur Einsatzbesprechung, und die restlichen Kräfte durften wieder einmal warten auf das was nun auf sie zukommen würde. Markus sprach Clemens an na du den Spaß den kennen wir doch schon sind mal wieder den ganzen Tag in Bereitschaft und schauen uns die Gegend an könnte mir heute bei dem Wetter etwas besseres vorstellen. Ein herrlicher Tag zum Schwimmen gehen und dann in der Sonne so richtig brutzeln das wäre es antwortete Clemens. Der Hundertschaftsführer kam endlich nach einer halben Stunde von der Besprechung zurück und rief die einzelnen Gruppenführer zu sich auch Markus war dabei. Markus sah schon an den Gesten des Hundertschaftsführers den er ja schon 10 Jahre kannte und mit ihm eng vertraut war das es heute nicht so lustig werden würde.
Also, Männer sprach mit scharfer Stimme der Hundertschaftsführer, die Lage ist folgenden Maßen, ihr werdet in einzelnen Gruppen im Bereich rund um das Stadtgebiet verteilt eingesetzt Gruppe 1 ihr fahrt mit der Einsatzleitung der Feuerwehr, 2 Gruppe ihr bleibt mit den zwei Wasserwerfern im Objekt hier und unterstützt bei Anfrage die Feuerwehrkräfte, 3 Gruppe he Markus hörst du zu, ja hallo du bist nicht zum Sonnenbaden hier. Du fährst mit deiner Gruppe an den örtlichen Badesee am Stadtrand es liegt an einem Waldgebiet. Ihr sperrt dort alles ab das Heer wird dort mit ihren Hubschraubern Wasser tanken und deshalb ist dort jeglicher Badebetrieb untersagt verstanden. Ok wird erledigt antwortete Markus klar und deutlich. Bevor ihr aber alle zu den einzelnen Orten verlegt fast ihr noch eure Einsatzverpflegung wer weiß wann ihr das nächste mal euch versorgen könnt. Der Waldbrand ist außer Kontrolle und zieht sich um die Stadt das kann heikel werden habt ihr verstanden. Na dann wollen wir mal komm Clemens du fährst ich ruf die anderen 4 rief Markus einen Freund. Nachdem sie ihre heiß geliebten Verpflegungsbeutel in Empfang genommen hatten, deren Inhalt nicht gerade für einen erwachsenen Mann als geeignet schien aber das kannten sie ja aus unendlichen Einsätzen machten sie sich auf den Weg zu ihrem Einsatzort. Clemens zu Markus man das scheint ja doch ein ganz großes Ding zu werden wenn schon das Heer kommt, hab so was schon mal im Fernsehen gesehen wie die in Amerika bei den Waldbränden immer mit dem Hubschrauber Wasser ziehen. Pass lieber auf die Straße auf Clemens du bist hier nicht auf dem Highway murrte Markus. Von hinten ein anderer ist doch Klasse wenn nichts los ist können wir baden gehen. Sei still du Spinner baden gehen du träumst wo Markus war gereizt und schaute auf seine Uhr, verdammt ist ja schon gleich zehn wird wohl heute nichts mehr mit Feierabend, und ich wollte mit Rita einkaufen und am Wochenende grillen. Das kannste gleich heute im Wald scherzte Clemens. Nach einer viertel Stunde kamen sie am See an. Von weiten sahen sie schon das drohende Chaos, das konnte man sich ja denken bei dem Wetter 30 Grad im Schatten da gehen sie doch alle baden wenn sie Zeit haben. Na dann viel Spaß als Bademeister Markus lachten die 4 von hinten und ich bin Pamella scherzte Clemens. Quatscht nicht so dumm ab zwölf sollen hier die Hubschrauber Wasser ziehen bis dahin muss der See geräumt sein. Also los ihr wisst was zu tun ist.
Während vier seiner Kollegen versuchten den schon zahlreichen nach Erholung suchenden Menschen begreiflich zu machen das es heute hier nichts mit einem Sonnenbad wird, schaute Markus sich nachdenklich um. Es ist schon etwas abartig hier suchen Menschen Erholung und wir verderben ihnen den Tag. Begreifen wollen kann gar keine Rede sein. Und hinter der Stadt ca. 10 Kilometer weiter brennt der ganze Wald. He Clemens brennen dir auch die Augen so oder ist das mein Heuschnupfen der sich wieder mal meldet, fragte Markus. Nein du hast Recht das liegt in der Luft, es hat auch einen seltsamen süßlichen verkohlten Geruch. Ja stimmt wie wenn ich meinen Grill im Garten lösche. Aus dem Mannschaftswagen ein Funkspruch kam, Markus eilte schnellen Schrittes ans Funkgerät. Bei euch alles klar der erste Hubschrauber kommt zum Probewasser ziehen müsste gleich bei euch eintreffen. Markus war sich zwar noch nicht sicher ob seine Kollegen alles im Griff hatten, aber er antwortete mit gewohnter Stimme, na klar doch kennst uns doch. Na dann bis später sieht nicht gut aus wird Zeit die Unterstützung aus der Luft kommt. Dann ein kurzes Knacksen im Funk und Stille. Clemens komm mal sind die anderen durch damit keiner mehr im oder am Wasser ist, das würde uns noch fehlen wenn so einer uns da untergeht. Ich glaub schon das alles klar ist scheinen alles im Griff zu haben meinte Clemens mit seiner immer gespielten lässigen Art. Aus der Ferne ertönte erst leise dann immer stärker werdend das Flattern der Rotorblätter einer stählernen Hornisse. Na da ist der erste schon. Man hast du schon mal so einen großen Brummer gesehen fragte Markus erstaunt Clemens. Nein ich auch nicht aber so ist eben das Heer immer das feinste. Etwas unangebracht deine Witze jetzt. Der stählerne Koloss war nun direkt über ihnen. Langsam ging er in den Schwebeflug über und senkte sich der Mitte des Sees zu. An seinem gewaltigen Rumpf hang ein riesiger eckiger Behälter. Der Behälter tauchte unter dem Bestaunen der zahlreichen Schaulustigen und unserer sechs Helden im Wasser ein. Es dauerte keine Minute und er erhob sich wieder in die Weiten der Lüfte und rasch verschwand er am Horizont in den immer schwarzer werdenden Rauchschwaden die den Himmel bedrohlich einhüllten.
Noch beeindruckt mit offenem Mund ging Markus ans Funkgerät und rief die Zentrale. Alles reibungslos geklappt der erste ist durch, sonst keine Vorkommnisse. Danke erwiderte das Funkgerät, das geht jetzt erst mal alle 15 Minuten so weiter ihr bleibt vor Ort verstanden. Habe verstanden murrte Markus etwas schlecht gelaunt. Na dann werd ich mal den anderen mitteilen das wir einen schönen Nachmittag mit einer kleinen Flugschau haben. Er schaute auf seine Uhr 13.Uhr, na dann richten wir uns mal auf Überstunden ein war sein erster Gedanke und Rita daheim kann schon mal ohne mich das Wochenende planen. Aber das kennt sie ja schon ist zwar erst mal sauer aber dann freut sie sich doch wieder wenn ich nach Hause komme. Die Lage am See hatte sich nun auch beruhigt auch der letzte nette Mitmensch hatte nun bei dem Szenario begriffen das mit einem Badeausflug heute hier nichts mehr wird und die Gemüter beruhigten sich auch langsam und Mitleid mit den 6 kleinen Helden kam auf. Na ihr habt es auch nicht leicht bei dem Wetter hier herumstehen und euch mit den Leuten rumärgern, meinte ein älterer Herr im vorbeigehen. Es vergingen die Minuten im Flug und schon der zwanzigste Flug war vorbei als gegen 16.00 Uhr wieder einmal das Funkgerät sich meldete. Markus sprang sofort von der Wiese auf wo er sich kurz etwas hingesetzt hatte und lief zum Gerät. Wo aber schon Clemens er saß im Auto mit der Zentrale sprach. Markus hörte nur wie Clemens verstanden alles Klar sind unterwegs ins Gerät sprach. Was ist denn fragte Markus, haben sie es im Griff geht es Heim. Aber bei Clemens Gesicht wusste er es geht wohl nicht Heim. Nun sag doch mal wo geht es hin bin schließlich Gruppenführer du Knalltüte. Ich hol erst mal die anderen sagte Clemens wir verlegen sehe nicht gut aus, sag Dir gleich was los ist. Nachdem Clemens die restlichen vier Mann zum Mannschaftswagen geholt hatte. Sprach er mit Markus allein. Du wir sollen hier abbrechen hier übernehmen die örtlichen Kräfte ist ja auch nicht mehr so viel los hier läuft ja ohne Probleme. Wir sollen direkt zum Einsatzort, und dort bei der Einsatzleitung der Feuerwehr melden. Sollen Unterstützungseinsatz machen sind also ab jetzt zentral unterstellt. Na dann mal los Männer jetzt wird’s noch wärmer sagte Markus seinen Kameraden und der Einsatzwagen bewegte sich zum Melde Ort. Es ging zurück durch die Stadt aufgeregte Menschen liefen am Straßenrand in die Richtung wo ihr Ziel sein sollte. Aus den Fenstern der Häuser sahen Einwohner teils belustigt teils erschrocken aus ihren Fenstern. Der Geruch der Luft wurde immer beißender die Augen fingen an zu tränen.
Angekommen sahen sie Feuerwehren Richtung Waldrand fahren und zurückkommen. So viele auf einmal hatten sie noch nie gesehen. Dunkler Rauch zog über das Waldstück. Markus meldete sich bei der Einsatzleitung und bekam den Auftrag an seine Männer an einzelnen Orten im Umkreis als Brandmelder einzusetzen weil der Brand außer Kontrolle sei und er unterirdisch brennt. Auf Grund der Jahrhunderte des Waldbestandes hatten sich Metertiefe Nadelmoore gebildet und der Wald brennt unter der Oberfläche weiter. Keiner konnte voraussagen wo als nächstes der Brand aufs neue ausbricht. Markus bestätigte die Aufgabe kurz, und begab sich zu seinen Kameraden. Na dann Teil mal die Handfunkgräte aus Clemens, wir setzen euch jetzt einzeln ab und halten über Funk Kontakt. Noch Fragen, stumme Blicke antworteten mit nein. Also begann Markus seine Kameraden an den vorher bestimmten Orten einzeln abzusetzen, danach fuhr er mit Clemens der ja der Fahrer war und den er nicht absetzen konnte zur Einsatzleitung zurück um Vollzug zu melden. Dort angekommen waren auch die restlichen Kräfte seiner Hundertschaft eingetroffen. Na auch mal wieder da scherzte Markus gegenüber den anderen Kollegen. Die beiden Wasserwerfer waren jetzt auch mit in den Einsatz eingebunden wurden. Die Lage spitzte sich zu als plötzlich der Wind drehte und Richtung Stadt das Feuer trieb. Auch das noch verdammt rief ein Feuerwehrmann, kommen so schon nicht hinterher und jetzt spinnt auch noch das Wetter. Am Firmament ununterbrochen das Gedröhn der Rotorblätter der Hubschrauber die jetzt noch zwei weitere dazubekommen hatten und nun im Minutentakt über dem Waldgebiet kreisten und das ersehnte Nass abwarfen.
Markus dachte kurz wie spät ist es eigentlich, schaute kurz auf seine Uhr auch Gott schon gleich sechs, daheim die Kinder mit Rita werden wohl heute nicht mehr mit mir rechnen. Essen wieder einmal allein. Ist aber jetzt unwichtig. Langsam kam auch bei Markus bei der beginnenden Hektik von den Leuten die sich ja mit so einer Sache auskennen unruhige Gedanken auf. Ganz in Gedanken was den alles noch auf ihn zukommen würde, setzte reges Treiben unter den Feuerwehrleuten der Einsatzleitung ein. Los alle raus da, schrie der Einsatzleiter in sein Funkgerät. Markus begriff nur jetzt wird es wirklich brenzlig mit der Lage er lief zu Clemens ans Fahrzeug und rief einen Kameraden nach dem anderen über sein Funkgerät. Gott sei dank bei allen schien die Lage im Normalen zu liegen. Als er sich nach der Waldschneise wo ein Feuerwehrwagen nach dem anderen hineingefahren war umsah, traute er seinen Augen nicht. Ach du Schei... rief er nur kurz aber laut.
Dort wo gerade der letzte Feuerwehrzug eingefahren war, wie aus dem Nichts nur noch eine Feuersbrunst die sich weiter durch den Wald fraß. Neben ihm 10 Meter entfernt dampfte der Erdboden gespenstig vor sich hin. Clemens weg hier schnell, rief Markus sie sprangen in das Einsatzauto und als sie zurücksetzten Markus traute seinen Augen nicht da wo der Erdboden soeben gespenstige Züge annahm züngelten Flammen immer größer werdend aus dem Waldesteppich. Sie zogen sich wie alle anderen Kräfte vor Ort aus dem Bereich zurück. Der Einsatzleiter am Funkgerät unermüdlich den Kontakt zu seinen Wehrkameraden hielt und immer wieder rief raus dort schnell es hat keinen Sinn. Ein Löschzug nach dem anderen erschien in der gespenstigen schwarzen Nebelwand die umhüllt von Flammen über der Schneise lag. Die Planen der Autos der vielen freiwilligen Feuerwehren standen in Flammen als sie der Flammenhölle entkamen. Der Schreck stand Markus ins Gesicht geschrieben er war nur stumm nicht fähig alles zu realisieren was er so eben erlebt hatte. Clemens spürte seine Unsicherheit und sprach kurz, he du Träumer denk mal an unsere Leute. Verdammt die hatte er ganz vergessen in seiner Gedankenlähmung, er nahm hastig sein Funkgerät und versuchte Kontakt zu seinen Kameraden herzustellen. Doch es bestand keine Funkverbindung verdammt was ist passiert. Clemens beruhigte ihn die werden bestimmt mit den Feuerwehrleuten sich zurückgezogen haben, warte es ab komm lass uns schauen ob sie dabei sind. Für kurze Zeit drohte Markus den Halt unter seinen Füßen zu verlieren, 10 Jahre hatte er Einsätze einen nach dem anderen erlebt, doch noch nie war er so hilflos so unmenschlich machtlos gegen die Gewalten der Natur gewesen. Er dachte für einen winzigen Moment wie er immer bei Rita zu Hause geprahlt hatte wie er alles im Griff hatte und nun jetzt war er das erstemal kurze Zeit nicht der Markus wie er sich selbst kannte. Klein und hilflos. In seine Gedanken eine Stimme hallo Markus hättest aber eher mal was über dein Funkgerät melden können.. Vor ihm standen drei seiner Kollegen, sie waren mit einem Bundeswehrlaster aus dem Gefahrenbereich zurückgekommen. Nur Frank der vierte fehlte, habt ihr was gehört von ihm? Wie den du Spaßmacher, du bist doch der Chef . Verdammt ausgerechnet Frank er war so der kleine Tollpatsch der Truppe, mit dem konnte man Pferde stehlen der machte alles ohne zu murren. Clemens komm wir schauen bei den anderen Lastern ob er dabei ist jetzt war Markus wieder der alte Markus resolut und entschlossen schritt er zu den Feuerwehrleuten die erschöpft und müde an ihren Fahrzeugen standen. Habt ihr einen Bereitschaftspolizisten gesehen 1,80 groß Brille Schnauzer der stand an der alten Försterei auf Posten. Stummes Kopfschütteln erwiderte seine Frage ein und das andere mal. Nachdenklich ging er mit Clemens zurück zu den Kollegen, kurzes Schweigen dann gab Markus das Kommando Aufsitzen. Clemens zu Markus was hast du vor? Ich versuche jetzt noch zwei Minuten Kontakt zu bekommen. Und dann informierst du denn Hundertschaftsführer? Fragte Clemens. Warte es ab knurrte Markus. Immer und immer wieder rief er über Funk Frank, doch alle Versuche sie scheiterten. Und nun? Hallte es von den dreien hinter ihm. Stille, gespenstige Stille kein Wort nur Augen die sich auf Markus richteten. Und nun kam jetzt noch deutlicher. Clemens wir fahren durch das Feuer rein zu Frank befahl Markus. Ich nehme das auf meine Kappe, wer aussteigen will steige aus. Ich schreib nichts im Bericht. Schweigen nur noch Schweigen. Das Aufheulen des Motors unterbrach die Stille. Dann wollen wir mal rief Clemens, der Wagen fuhr direkt in die Schneise die soeben alles veränderte. Der auffrischende Wind hatte die Feuersbrunst direkt weiter getrieben so das der Boden am Rand der Waldstraße nur schwelte. Die Schweißtropfen liefen Markus übers Gesicht, er hatte Angst richtig Angst die Hände starr und kalt. Trügerische Stille, nur ein zartes knistern im Wald, die Bäume was von ihnen übrig war tot und verkohlt. Einzelne kleine Feuerherde zuckten immer wieder an den Seiten auf. Er wusste jeden Moment kann der ganze Wald wieder in Flammen stehen. Dort vorn nach der Biegung müsste die alte Försterei sein sprach Clemens kurz. Wenn sie überhaupt noch steht antwortete Markus in Sorge um Frank.
Als sie um die Biegung kamen und die Anhöhe hinauffuhren zur Försterei trauten sie ihren Augen nicht. Kein Baum brannte, kein Feuer nichts nur einsam an einen Zaun gelehnt stand Frank. Das gibt es doch nicht schrie Markus, schaut euch das an wir machen uns in die Hose und Frank einen Ausflug. Das Feuer war in einer Schneise direkt an der Försterei vorbeigezogen und Frank hatte nichts mitbekommen außer das er keinen Funkkontakt durch die entstandene Hitze hatte. Mensch Frank warum bist Du denn nicht mit den anderen zurückgekommen bist du wahnsinnig. Also pass mal auf Markus wenn ich den Befehl von dir habe hier aufzupassen dann mach ich das auch solange der Befehl gilt. Typisch Frank ohne murren , wie immer Befehl ist Befehl. Na dann steig ein jetzt geht’s erst einmal Abendbrot essen denke ich lächelte Markus. Bei der ganzen Hektik merkten sie gar nicht das es schon halb neun abends geworden war. War jetzt auch völlig egal Hauptsache Frank war lebend bei ihnen. An der Einsatzzentrale zurückgekommen, kümmerte sich Clemens um die Verpflegung er war das Genie auf diesem Gebiet wo nichts mehr da war bekam er immer noch etwas, deshalb war seine Aufgabe auch auf Lebenszeit zum Wohle der anderen festgelegt. Markus meldete seine Gruppe zurück, sprach aber nicht über die Aktion interessierte in dem Moment auch keinen. Nach einer Ablösung wollte er auch nicht fragen, er hatte das Wochenende eh abgeschrieben und so lange der Brand nicht im Griff ist, ist dies sowieso eine Illusion. Für kurze Zeit schien alles in eine Ruhephase einzutreten, der Einsatzleiter der Feuerwehr war auch etwas ruhiger geworden nachdem all seine Kameraden den heiklen Moment überstanden hatten und es keine Verletzen gab. He Hallo rief er Markus zu sich, ihr seit doch mit eurem VW-Transporter schneller als wir, ihr schafft mal jetzt die Nachtverpflegung mit an die Außenstellen. Die Männer an den TS-8 Pumpen können nicht weg. Geht seinen Gang, und Markus ging zu seinen Kameraden die sich gerade an die Verpflegungsbeutel machen wollten die Clemens organisiert hatte. Essen könnt ihr während der Fahrt aufsitzen wir machen eine Verpflegungsfahrt. Sie luden den Transporter mit Paletten von Fanta und Colabüchsen voll und fuhren die einzelnen Stellen ab. Dort wurden sie schon sehnsüchtig erwartet die verqualmte heiße Luft hatte die Kehlen der Männer ausgetrocknet und die Schleimhäute gereizt. Ein einzelner freiwilliger Feuerwehrmann aus dem Nachbarort ca. 18 Jahre alt stand einsam und allein an seiner TS-8 Motorpumpe an der am Stadtrand befindlichen Tankstelle und kühlte mit seinem Strahl unermüdlich die Tankkessel. Er sollte Markus als Bild in Erinnerung bleiben. Ihm gab Markus gleich eine ganze Palette an Getränken und scherzte mit ihm kurz, ob dies nicht langsam langweilig würde. Danach verlegten sie zurück zur Einsatzzentrale.
Dort wieder angekommen meinte Clemens jetzt ist aber erst einmal Zeit ein kleines Schläfchen zu machen sind schließlich 18 Stunden hintereinander im Einsatz. Also gut macht was ihr wollt solange wir keinen Auftrag haben aber bleibt am Auto, ich melde mich erst einmal zurück und ging im Dunkel der Nacht zum Einsatzleiter. Der sah aber gar nicht aus als wenn er sich gerade über etwas freuen würde. Gut das sie kommen alles ganz großer Mist der Wind hat noch einmal aufgefrischt und den Brand wieder voll entfacht dazu treibt er jetzt auf die Tankstelle zu. Alle Kräfte sofort zur Tankstelle hoffen das es nicht zu spät ist das Ding ist nur 200 Meter vom Stadtrand entfernt wenn die hochgeht wisst ihr was das bedeutet. Markus rannte schnell zu seinen Kollegen die sich gerade etwas gemütlich machen wollten. Nichts mit pennen Leute zur Tankstelle Clemens schnell. Sondersignal an rief Markus. An der Tankstelle angekommen sahen sie schon im dunkel der Nacht die Feuersbrunst auf sie zurasen. Markus zu Clemens jetzt helfe uns Gott. Los an die Feldspaten Männer Brandgraben ziehen helfen werden die kaum aber los. Der einsame Feuerwehrmann an seiner Motorpumpe war nun nicht mehr allein nach und nach trafen Löschzüge und auch die Wasserwerfer ein alle hüllten die Tankstelle in ein Wassermeer ein. Jeder wusste wenn es nicht gelingt die Temperatur so zu halten das es nicht zur Explosion kommt ist hier die blanke Katastrophe da. Das Feuer hatte kaum noch 100 Meter bis zur Tankstelle die ersten Kräfte zogen sich schon zurück auch Markus und seine Kollegen gingen auf Abstand. Nur vier Löschzüge und unser einsamer Feuerwehrmann kühlten unermüdlich die Tanks. Plötzlich als hätte Gott seine Macht und Kraft walten lassen, drehte der Wind im letzten Moment und die Feuerwalze nahm eine andere Richtung fort von der drohenden Hölle und zog sich in den Wald zurück. Man spürte das Aufatmen aller, wir hatten es geschafft. Die Gefahr sie war vorbei die Katastrophe noch einmal abgewendet. Markus schaute auf die Uhr als wollte er wissen wann er neu geboren wurde. Sonnabend Jungs 2.oo Uhr morgens na dann haben wir ja gleich 24 Stunden voll. 24 Stunden die Markus in seinem Leben nie vergessen wird. Am Morgen wurden Markus und seine Kollegen von frischen Kollegen abgelöst und er kehrte mit seinen Kameraden nach Hause zurück. Zu Hause erwartete Rita ihn schon sehnsüchtig mit den Kindern.. Sie nahm ihn in den Arm und weinte ich hab solch eine Angst gehabt um dich, habe alles im Fernsehen und Radio verfolgt aber jetzt bist du ja da. Haben alles im Griff gehabt sagte Markus mit seiner ihn bekannten Art. Er sprach nicht über das erlebte aber es hat sich tief in sein Leben eingeprägt bis heute.
Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit die sich in der Zeit des Waldbrandes im Raum um Weißwasser 1992 ereignete. Der Brand dauerte 3 Wochen bis alle Herde zum erliegen kamen. Er wurde bei langer Trockenheit in diesem Sommer durch Brandstiftung einer Gruppe von Jugendlichen ausgelöst. Sie wurden ermittelt und strafrechtlich verurteilt. Der junge freiwillige Feuerwehrmann war ein 18 jähriger junger Mann aus der Umgebung von Weißwasser, er verunglückte zwei Tage nach dieser Begebenheit mit seinem Mofa auf dem Weg zum Einsatzort tödlich. Diese Geschichte ist eine eigene Lebensepisode die ich damals als Bereitschaftspolizist erlebte.
copyrigth H.Kreische 01/06
Ein Tag im Sommer ganz normal und unscheinbar, eigentlich unnormal normal. Stiller Sonnenaufgang sanfter Morgengesang der Vögel, nach dem heißen Tag folgte die Abkühlung der Nacht die Morgenfrische ließ den Schlaf erträglich werden. Viel zu früh um schon aufzustehen. Er nennen wir ihn Markus schlief die ganze Nacht schon unruhig, lange Zeit hatte er mit der Schwüle des Abends in dieser Sommernacht gekämpft. Ein stummer Blick auf den wie immer viel zu früh gestellten Wecker ließ ihn hoffen doch noch einen sanften Schlaf zu finden. Erst 4.oo Uhr es ist noch Zeit zwei Stunden noch dann müsste er aufstehen, Ach ich lass mich mit dem sanften Vogelgesang des doch schönen Morgengrauens noch etwas in die Traumeswelt entführen. Doch dies sollte wie so oft in der letzten Zeit nur ein Wunsch des Gedankens bleiben. Markus streichelte weich das Haar seiner großen Liebe Rita die neben ihm im Schlaf ein kleines zufriedenes Lächeln hatte. Von was sie doch jetzt träumen mag? In Gedanken versunken dachte er über die letzten Wochen nach, seine letzten Einsätze in seinem Beruf als Bereitschaftspolizist waren sie doch Routine und trotzdem hatten alle ihre eigene Geschichte. Ach was soll das Denken sagte Markus zu sich selbst, heute ist Freitag und das Wochenende ist dienstfrei da genieße ich mit Rita und den Kinder das Wochenende im Garten. Mal richtig ausspannen und abends grillen mit Kind und Kegel. Doch in diese wohl verdienten Wünsche klingelte es, nicht der Wecker nein die Tür. Ach nein geht das schon wieder los, früh halb fünf das kann nichts Gutes sein. Er stand vorsichtig auf, Rita murmelte nur was ist? Schlaf ruhig weiter ist nichts.
Auf dem Weg zur Tür ahnte er schon das Wochenende wird wohl sich anders gestalten als geplant. Richtig ein Kollege der unter ihm im Haus wohnte, und per Telefon benachrichtigt wurde teilte ihm nur kurz mit komm wir müssen in die Dienststelle kommen. Na prima mal sehen was für Spinner wieder einmal mein Wochenende verderben sagte Markus kurz seinem Kollegen. Ist ok, bis dann und er schloss die Tür.Rita kam ganz verschlafen ihm entgegen, sie blickte kurz in seine Augen sag nichts ich weiß Bescheid hab ja schließlich einen Polizisten geheiratet. Willst noch einen Kaffe? Ja wenn’s schnell geht, wird schon nichts besonderes sein. Weißt ja bei dem Wetter da drehen manche durch, bin heute pünktlich daheim und dann gehen wir für das Wochenende einkaufen Ok.
Halb im Stehen trank er hastig eine Tasse Kaffee und langsam kam sein Kreislauf auf Temperatur. Er verabschiedete sich kurz von Rita, ich ruf dich an und verließ Haus und Wohnung. An seinem Auto angekommen gingen ihm wie immer die gleichen Gedanken durch den Kopf, ein kurzer Blick zurück es war jedes Mal wie ein kleiner Abschied. Ein Abschied ins Ungewisse aber gerade dies liebte er an seinem Beruf das Ungewisse. Es war jedes Mal eine neue Herausforderung an sich selbst. Den Weg zur Dienststelle genoss er, waren doch an diesem Freitagmorgen die Straßen frei und er konnte noch etwas ruhiger die Fahrt angehen. In der Dienststelle angekommen erwarteten ihn schon einige seiner Kollegen der Hundertschaft. Nach und nach trafen die restlichen ein. Der übliche Gang zur Waffenkammer, Empfang der Dienstwaffe und kurze Worte um was es eigentlich geht. Wir verlegen nach Weißwasser dort brennt es, sprach ein Kollege. Ach wieder mal ein paar Spinner die eine Demo machen. Nein, nein der Wald. Haben die keine Feuerwehr? Quatsch nicht so blöd. Wir werden sehen was auf uns zu kommt. Na toll und wie lange darf der Spaß den sein ich will schließlich am Wochenende grillen, murrte Markus. So wies aussieht kannst Du das vergessen antwortete Clemens sein Freund und Kollege. Na dann mal los, Markus nahm seine Einsatzausrüstung das Einsatzgepäck für alle Fälle wenn es doch mal länger dauert als einen Tag und trottete zum Mannschaftsbus. Er stieg ein und dachte kurz an Rita daheim.
Nun begann die Reise die er schon so oft gemacht, und alles war wie immer wenn es zu den Einsätzen außerhalb seiner Dienststelle ging. Späße wurden gemacht der eine erzählte von seiner Familie ein anderer seine neuesten Auto Pläne und so mancher alte Unsinn wurde als Erheiterung in den Raum geworfen. So verging die Zeit die er immer wieder nicht mochte, das Warten auf das Ungewisse. Nach guten 2 Stunden Fahrt kamen sie nun endlich an ihrem Melde Ort an. Der Hundertschaftsführer ging wie üblich zur Einsatzbesprechung, und die restlichen Kräfte durften wieder einmal warten auf das was nun auf sie zukommen würde. Markus sprach Clemens an na du den Spaß den kennen wir doch schon sind mal wieder den ganzen Tag in Bereitschaft und schauen uns die Gegend an könnte mir heute bei dem Wetter etwas besseres vorstellen. Ein herrlicher Tag zum Schwimmen gehen und dann in der Sonne so richtig brutzeln das wäre es antwortete Clemens. Der Hundertschaftsführer kam endlich nach einer halben Stunde von der Besprechung zurück und rief die einzelnen Gruppenführer zu sich auch Markus war dabei. Markus sah schon an den Gesten des Hundertschaftsführers den er ja schon 10 Jahre kannte und mit ihm eng vertraut war das es heute nicht so lustig werden würde.
Also, Männer sprach mit scharfer Stimme der Hundertschaftsführer, die Lage ist folgenden Maßen, ihr werdet in einzelnen Gruppen im Bereich rund um das Stadtgebiet verteilt eingesetzt Gruppe 1 ihr fahrt mit der Einsatzleitung der Feuerwehr, 2 Gruppe ihr bleibt mit den zwei Wasserwerfern im Objekt hier und unterstützt bei Anfrage die Feuerwehrkräfte, 3 Gruppe he Markus hörst du zu, ja hallo du bist nicht zum Sonnenbaden hier. Du fährst mit deiner Gruppe an den örtlichen Badesee am Stadtrand es liegt an einem Waldgebiet. Ihr sperrt dort alles ab das Heer wird dort mit ihren Hubschraubern Wasser tanken und deshalb ist dort jeglicher Badebetrieb untersagt verstanden. Ok wird erledigt antwortete Markus klar und deutlich. Bevor ihr aber alle zu den einzelnen Orten verlegt fast ihr noch eure Einsatzverpflegung wer weiß wann ihr das nächste mal euch versorgen könnt. Der Waldbrand ist außer Kontrolle und zieht sich um die Stadt das kann heikel werden habt ihr verstanden. Na dann wollen wir mal komm Clemens du fährst ich ruf die anderen 4 rief Markus einen Freund. Nachdem sie ihre heiß geliebten Verpflegungsbeutel in Empfang genommen hatten, deren Inhalt nicht gerade für einen erwachsenen Mann als geeignet schien aber das kannten sie ja aus unendlichen Einsätzen machten sie sich auf den Weg zu ihrem Einsatzort. Clemens zu Markus man das scheint ja doch ein ganz großes Ding zu werden wenn schon das Heer kommt, hab so was schon mal im Fernsehen gesehen wie die in Amerika bei den Waldbränden immer mit dem Hubschrauber Wasser ziehen. Pass lieber auf die Straße auf Clemens du bist hier nicht auf dem Highway murrte Markus. Von hinten ein anderer ist doch Klasse wenn nichts los ist können wir baden gehen. Sei still du Spinner baden gehen du träumst wo Markus war gereizt und schaute auf seine Uhr, verdammt ist ja schon gleich zehn wird wohl heute nichts mehr mit Feierabend, und ich wollte mit Rita einkaufen und am Wochenende grillen. Das kannste gleich heute im Wald scherzte Clemens. Nach einer viertel Stunde kamen sie am See an. Von weiten sahen sie schon das drohende Chaos, das konnte man sich ja denken bei dem Wetter 30 Grad im Schatten da gehen sie doch alle baden wenn sie Zeit haben. Na dann viel Spaß als Bademeister Markus lachten die 4 von hinten und ich bin Pamella scherzte Clemens. Quatscht nicht so dumm ab zwölf sollen hier die Hubschrauber Wasser ziehen bis dahin muss der See geräumt sein. Also los ihr wisst was zu tun ist.
Während vier seiner Kollegen versuchten den schon zahlreichen nach Erholung suchenden Menschen begreiflich zu machen das es heute hier nichts mit einem Sonnenbad wird, schaute Markus sich nachdenklich um. Es ist schon etwas abartig hier suchen Menschen Erholung und wir verderben ihnen den Tag. Begreifen wollen kann gar keine Rede sein. Und hinter der Stadt ca. 10 Kilometer weiter brennt der ganze Wald. He Clemens brennen dir auch die Augen so oder ist das mein Heuschnupfen der sich wieder mal meldet, fragte Markus. Nein du hast Recht das liegt in der Luft, es hat auch einen seltsamen süßlichen verkohlten Geruch. Ja stimmt wie wenn ich meinen Grill im Garten lösche. Aus dem Mannschaftswagen ein Funkspruch kam, Markus eilte schnellen Schrittes ans Funkgerät. Bei euch alles klar der erste Hubschrauber kommt zum Probewasser ziehen müsste gleich bei euch eintreffen. Markus war sich zwar noch nicht sicher ob seine Kollegen alles im Griff hatten, aber er antwortete mit gewohnter Stimme, na klar doch kennst uns doch. Na dann bis später sieht nicht gut aus wird Zeit die Unterstützung aus der Luft kommt. Dann ein kurzes Knacksen im Funk und Stille. Clemens komm mal sind die anderen durch damit keiner mehr im oder am Wasser ist, das würde uns noch fehlen wenn so einer uns da untergeht. Ich glaub schon das alles klar ist scheinen alles im Griff zu haben meinte Clemens mit seiner immer gespielten lässigen Art. Aus der Ferne ertönte erst leise dann immer stärker werdend das Flattern der Rotorblätter einer stählernen Hornisse. Na da ist der erste schon. Man hast du schon mal so einen großen Brummer gesehen fragte Markus erstaunt Clemens. Nein ich auch nicht aber so ist eben das Heer immer das feinste. Etwas unangebracht deine Witze jetzt. Der stählerne Koloss war nun direkt über ihnen. Langsam ging er in den Schwebeflug über und senkte sich der Mitte des Sees zu. An seinem gewaltigen Rumpf hang ein riesiger eckiger Behälter. Der Behälter tauchte unter dem Bestaunen der zahlreichen Schaulustigen und unserer sechs Helden im Wasser ein. Es dauerte keine Minute und er erhob sich wieder in die Weiten der Lüfte und rasch verschwand er am Horizont in den immer schwarzer werdenden Rauchschwaden die den Himmel bedrohlich einhüllten.
Noch beeindruckt mit offenem Mund ging Markus ans Funkgerät und rief die Zentrale. Alles reibungslos geklappt der erste ist durch, sonst keine Vorkommnisse. Danke erwiderte das Funkgerät, das geht jetzt erst mal alle 15 Minuten so weiter ihr bleibt vor Ort verstanden. Habe verstanden murrte Markus etwas schlecht gelaunt. Na dann werd ich mal den anderen mitteilen das wir einen schönen Nachmittag mit einer kleinen Flugschau haben. Er schaute auf seine Uhr 13.Uhr, na dann richten wir uns mal auf Überstunden ein war sein erster Gedanke und Rita daheim kann schon mal ohne mich das Wochenende planen. Aber das kennt sie ja schon ist zwar erst mal sauer aber dann freut sie sich doch wieder wenn ich nach Hause komme. Die Lage am See hatte sich nun auch beruhigt auch der letzte nette Mitmensch hatte nun bei dem Szenario begriffen das mit einem Badeausflug heute hier nichts mehr wird und die Gemüter beruhigten sich auch langsam und Mitleid mit den 6 kleinen Helden kam auf. Na ihr habt es auch nicht leicht bei dem Wetter hier herumstehen und euch mit den Leuten rumärgern, meinte ein älterer Herr im vorbeigehen. Es vergingen die Minuten im Flug und schon der zwanzigste Flug war vorbei als gegen 16.00 Uhr wieder einmal das Funkgerät sich meldete. Markus sprang sofort von der Wiese auf wo er sich kurz etwas hingesetzt hatte und lief zum Gerät. Wo aber schon Clemens er saß im Auto mit der Zentrale sprach. Markus hörte nur wie Clemens verstanden alles Klar sind unterwegs ins Gerät sprach. Was ist denn fragte Markus, haben sie es im Griff geht es Heim. Aber bei Clemens Gesicht wusste er es geht wohl nicht Heim. Nun sag doch mal wo geht es hin bin schließlich Gruppenführer du Knalltüte. Ich hol erst mal die anderen sagte Clemens wir verlegen sehe nicht gut aus, sag Dir gleich was los ist. Nachdem Clemens die restlichen vier Mann zum Mannschaftswagen geholt hatte. Sprach er mit Markus allein. Du wir sollen hier abbrechen hier übernehmen die örtlichen Kräfte ist ja auch nicht mehr so viel los hier läuft ja ohne Probleme. Wir sollen direkt zum Einsatzort, und dort bei der Einsatzleitung der Feuerwehr melden. Sollen Unterstützungseinsatz machen sind also ab jetzt zentral unterstellt. Na dann mal los Männer jetzt wird’s noch wärmer sagte Markus seinen Kameraden und der Einsatzwagen bewegte sich zum Melde Ort. Es ging zurück durch die Stadt aufgeregte Menschen liefen am Straßenrand in die Richtung wo ihr Ziel sein sollte. Aus den Fenstern der Häuser sahen Einwohner teils belustigt teils erschrocken aus ihren Fenstern. Der Geruch der Luft wurde immer beißender die Augen fingen an zu tränen.
Angekommen sahen sie Feuerwehren Richtung Waldrand fahren und zurückkommen. So viele auf einmal hatten sie noch nie gesehen. Dunkler Rauch zog über das Waldstück. Markus meldete sich bei der Einsatzleitung und bekam den Auftrag an seine Männer an einzelnen Orten im Umkreis als Brandmelder einzusetzen weil der Brand außer Kontrolle sei und er unterirdisch brennt. Auf Grund der Jahrhunderte des Waldbestandes hatten sich Metertiefe Nadelmoore gebildet und der Wald brennt unter der Oberfläche weiter. Keiner konnte voraussagen wo als nächstes der Brand aufs neue ausbricht. Markus bestätigte die Aufgabe kurz, und begab sich zu seinen Kameraden. Na dann Teil mal die Handfunkgräte aus Clemens, wir setzen euch jetzt einzeln ab und halten über Funk Kontakt. Noch Fragen, stumme Blicke antworteten mit nein. Also begann Markus seine Kameraden an den vorher bestimmten Orten einzeln abzusetzen, danach fuhr er mit Clemens der ja der Fahrer war und den er nicht absetzen konnte zur Einsatzleitung zurück um Vollzug zu melden. Dort angekommen waren auch die restlichen Kräfte seiner Hundertschaft eingetroffen. Na auch mal wieder da scherzte Markus gegenüber den anderen Kollegen. Die beiden Wasserwerfer waren jetzt auch mit in den Einsatz eingebunden wurden. Die Lage spitzte sich zu als plötzlich der Wind drehte und Richtung Stadt das Feuer trieb. Auch das noch verdammt rief ein Feuerwehrmann, kommen so schon nicht hinterher und jetzt spinnt auch noch das Wetter. Am Firmament ununterbrochen das Gedröhn der Rotorblätter der Hubschrauber die jetzt noch zwei weitere dazubekommen hatten und nun im Minutentakt über dem Waldgebiet kreisten und das ersehnte Nass abwarfen.
Markus dachte kurz wie spät ist es eigentlich, schaute kurz auf seine Uhr auch Gott schon gleich sechs, daheim die Kinder mit Rita werden wohl heute nicht mehr mit mir rechnen. Essen wieder einmal allein. Ist aber jetzt unwichtig. Langsam kam auch bei Markus bei der beginnenden Hektik von den Leuten die sich ja mit so einer Sache auskennen unruhige Gedanken auf. Ganz in Gedanken was den alles noch auf ihn zukommen würde, setzte reges Treiben unter den Feuerwehrleuten der Einsatzleitung ein. Los alle raus da, schrie der Einsatzleiter in sein Funkgerät. Markus begriff nur jetzt wird es wirklich brenzlig mit der Lage er lief zu Clemens ans Fahrzeug und rief einen Kameraden nach dem anderen über sein Funkgerät. Gott sei dank bei allen schien die Lage im Normalen zu liegen. Als er sich nach der Waldschneise wo ein Feuerwehrwagen nach dem anderen hineingefahren war umsah, traute er seinen Augen nicht. Ach du Schei... rief er nur kurz aber laut.
Dort wo gerade der letzte Feuerwehrzug eingefahren war, wie aus dem Nichts nur noch eine Feuersbrunst die sich weiter durch den Wald fraß. Neben ihm 10 Meter entfernt dampfte der Erdboden gespenstig vor sich hin. Clemens weg hier schnell, rief Markus sie sprangen in das Einsatzauto und als sie zurücksetzten Markus traute seinen Augen nicht da wo der Erdboden soeben gespenstige Züge annahm züngelten Flammen immer größer werdend aus dem Waldesteppich. Sie zogen sich wie alle anderen Kräfte vor Ort aus dem Bereich zurück. Der Einsatzleiter am Funkgerät unermüdlich den Kontakt zu seinen Wehrkameraden hielt und immer wieder rief raus dort schnell es hat keinen Sinn. Ein Löschzug nach dem anderen erschien in der gespenstigen schwarzen Nebelwand die umhüllt von Flammen über der Schneise lag. Die Planen der Autos der vielen freiwilligen Feuerwehren standen in Flammen als sie der Flammenhölle entkamen. Der Schreck stand Markus ins Gesicht geschrieben er war nur stumm nicht fähig alles zu realisieren was er so eben erlebt hatte. Clemens spürte seine Unsicherheit und sprach kurz, he du Träumer denk mal an unsere Leute. Verdammt die hatte er ganz vergessen in seiner Gedankenlähmung, er nahm hastig sein Funkgerät und versuchte Kontakt zu seinen Kameraden herzustellen. Doch es bestand keine Funkverbindung verdammt was ist passiert. Clemens beruhigte ihn die werden bestimmt mit den Feuerwehrleuten sich zurückgezogen haben, warte es ab komm lass uns schauen ob sie dabei sind. Für kurze Zeit drohte Markus den Halt unter seinen Füßen zu verlieren, 10 Jahre hatte er Einsätze einen nach dem anderen erlebt, doch noch nie war er so hilflos so unmenschlich machtlos gegen die Gewalten der Natur gewesen. Er dachte für einen winzigen Moment wie er immer bei Rita zu Hause geprahlt hatte wie er alles im Griff hatte und nun jetzt war er das erstemal kurze Zeit nicht der Markus wie er sich selbst kannte. Klein und hilflos. In seine Gedanken eine Stimme hallo Markus hättest aber eher mal was über dein Funkgerät melden können.. Vor ihm standen drei seiner Kollegen, sie waren mit einem Bundeswehrlaster aus dem Gefahrenbereich zurückgekommen. Nur Frank der vierte fehlte, habt ihr was gehört von ihm? Wie den du Spaßmacher, du bist doch der Chef . Verdammt ausgerechnet Frank er war so der kleine Tollpatsch der Truppe, mit dem konnte man Pferde stehlen der machte alles ohne zu murren. Clemens komm wir schauen bei den anderen Lastern ob er dabei ist jetzt war Markus wieder der alte Markus resolut und entschlossen schritt er zu den Feuerwehrleuten die erschöpft und müde an ihren Fahrzeugen standen. Habt ihr einen Bereitschaftspolizisten gesehen 1,80 groß Brille Schnauzer der stand an der alten Försterei auf Posten. Stummes Kopfschütteln erwiderte seine Frage ein und das andere mal. Nachdenklich ging er mit Clemens zurück zu den Kollegen, kurzes Schweigen dann gab Markus das Kommando Aufsitzen. Clemens zu Markus was hast du vor? Ich versuche jetzt noch zwei Minuten Kontakt zu bekommen. Und dann informierst du denn Hundertschaftsführer? Fragte Clemens. Warte es ab knurrte Markus. Immer und immer wieder rief er über Funk Frank, doch alle Versuche sie scheiterten. Und nun? Hallte es von den dreien hinter ihm. Stille, gespenstige Stille kein Wort nur Augen die sich auf Markus richteten. Und nun kam jetzt noch deutlicher. Clemens wir fahren durch das Feuer rein zu Frank befahl Markus. Ich nehme das auf meine Kappe, wer aussteigen will steige aus. Ich schreib nichts im Bericht. Schweigen nur noch Schweigen. Das Aufheulen des Motors unterbrach die Stille. Dann wollen wir mal rief Clemens, der Wagen fuhr direkt in die Schneise die soeben alles veränderte. Der auffrischende Wind hatte die Feuersbrunst direkt weiter getrieben so das der Boden am Rand der Waldstraße nur schwelte. Die Schweißtropfen liefen Markus übers Gesicht, er hatte Angst richtig Angst die Hände starr und kalt. Trügerische Stille, nur ein zartes knistern im Wald, die Bäume was von ihnen übrig war tot und verkohlt. Einzelne kleine Feuerherde zuckten immer wieder an den Seiten auf. Er wusste jeden Moment kann der ganze Wald wieder in Flammen stehen. Dort vorn nach der Biegung müsste die alte Försterei sein sprach Clemens kurz. Wenn sie überhaupt noch steht antwortete Markus in Sorge um Frank.
Als sie um die Biegung kamen und die Anhöhe hinauffuhren zur Försterei trauten sie ihren Augen nicht. Kein Baum brannte, kein Feuer nichts nur einsam an einen Zaun gelehnt stand Frank. Das gibt es doch nicht schrie Markus, schaut euch das an wir machen uns in die Hose und Frank einen Ausflug. Das Feuer war in einer Schneise direkt an der Försterei vorbeigezogen und Frank hatte nichts mitbekommen außer das er keinen Funkkontakt durch die entstandene Hitze hatte. Mensch Frank warum bist Du denn nicht mit den anderen zurückgekommen bist du wahnsinnig. Also pass mal auf Markus wenn ich den Befehl von dir habe hier aufzupassen dann mach ich das auch solange der Befehl gilt. Typisch Frank ohne murren , wie immer Befehl ist Befehl. Na dann steig ein jetzt geht’s erst einmal Abendbrot essen denke ich lächelte Markus. Bei der ganzen Hektik merkten sie gar nicht das es schon halb neun abends geworden war. War jetzt auch völlig egal Hauptsache Frank war lebend bei ihnen. An der Einsatzzentrale zurückgekommen, kümmerte sich Clemens um die Verpflegung er war das Genie auf diesem Gebiet wo nichts mehr da war bekam er immer noch etwas, deshalb war seine Aufgabe auch auf Lebenszeit zum Wohle der anderen festgelegt. Markus meldete seine Gruppe zurück, sprach aber nicht über die Aktion interessierte in dem Moment auch keinen. Nach einer Ablösung wollte er auch nicht fragen, er hatte das Wochenende eh abgeschrieben und so lange der Brand nicht im Griff ist, ist dies sowieso eine Illusion. Für kurze Zeit schien alles in eine Ruhephase einzutreten, der Einsatzleiter der Feuerwehr war auch etwas ruhiger geworden nachdem all seine Kameraden den heiklen Moment überstanden hatten und es keine Verletzen gab. He Hallo rief er Markus zu sich, ihr seit doch mit eurem VW-Transporter schneller als wir, ihr schafft mal jetzt die Nachtverpflegung mit an die Außenstellen. Die Männer an den TS-8 Pumpen können nicht weg. Geht seinen Gang, und Markus ging zu seinen Kameraden die sich gerade an die Verpflegungsbeutel machen wollten die Clemens organisiert hatte. Essen könnt ihr während der Fahrt aufsitzen wir machen eine Verpflegungsfahrt. Sie luden den Transporter mit Paletten von Fanta und Colabüchsen voll und fuhren die einzelnen Stellen ab. Dort wurden sie schon sehnsüchtig erwartet die verqualmte heiße Luft hatte die Kehlen der Männer ausgetrocknet und die Schleimhäute gereizt. Ein einzelner freiwilliger Feuerwehrmann aus dem Nachbarort ca. 18 Jahre alt stand einsam und allein an seiner TS-8 Motorpumpe an der am Stadtrand befindlichen Tankstelle und kühlte mit seinem Strahl unermüdlich die Tankkessel. Er sollte Markus als Bild in Erinnerung bleiben. Ihm gab Markus gleich eine ganze Palette an Getränken und scherzte mit ihm kurz, ob dies nicht langsam langweilig würde. Danach verlegten sie zurück zur Einsatzzentrale.
Dort wieder angekommen meinte Clemens jetzt ist aber erst einmal Zeit ein kleines Schläfchen zu machen sind schließlich 18 Stunden hintereinander im Einsatz. Also gut macht was ihr wollt solange wir keinen Auftrag haben aber bleibt am Auto, ich melde mich erst einmal zurück und ging im Dunkel der Nacht zum Einsatzleiter. Der sah aber gar nicht aus als wenn er sich gerade über etwas freuen würde. Gut das sie kommen alles ganz großer Mist der Wind hat noch einmal aufgefrischt und den Brand wieder voll entfacht dazu treibt er jetzt auf die Tankstelle zu. Alle Kräfte sofort zur Tankstelle hoffen das es nicht zu spät ist das Ding ist nur 200 Meter vom Stadtrand entfernt wenn die hochgeht wisst ihr was das bedeutet. Markus rannte schnell zu seinen Kollegen die sich gerade etwas gemütlich machen wollten. Nichts mit pennen Leute zur Tankstelle Clemens schnell. Sondersignal an rief Markus. An der Tankstelle angekommen sahen sie schon im dunkel der Nacht die Feuersbrunst auf sie zurasen. Markus zu Clemens jetzt helfe uns Gott. Los an die Feldspaten Männer Brandgraben ziehen helfen werden die kaum aber los. Der einsame Feuerwehrmann an seiner Motorpumpe war nun nicht mehr allein nach und nach trafen Löschzüge und auch die Wasserwerfer ein alle hüllten die Tankstelle in ein Wassermeer ein. Jeder wusste wenn es nicht gelingt die Temperatur so zu halten das es nicht zur Explosion kommt ist hier die blanke Katastrophe da. Das Feuer hatte kaum noch 100 Meter bis zur Tankstelle die ersten Kräfte zogen sich schon zurück auch Markus und seine Kollegen gingen auf Abstand. Nur vier Löschzüge und unser einsamer Feuerwehrmann kühlten unermüdlich die Tanks. Plötzlich als hätte Gott seine Macht und Kraft walten lassen, drehte der Wind im letzten Moment und die Feuerwalze nahm eine andere Richtung fort von der drohenden Hölle und zog sich in den Wald zurück. Man spürte das Aufatmen aller, wir hatten es geschafft. Die Gefahr sie war vorbei die Katastrophe noch einmal abgewendet. Markus schaute auf die Uhr als wollte er wissen wann er neu geboren wurde. Sonnabend Jungs 2.oo Uhr morgens na dann haben wir ja gleich 24 Stunden voll. 24 Stunden die Markus in seinem Leben nie vergessen wird. Am Morgen wurden Markus und seine Kollegen von frischen Kollegen abgelöst und er kehrte mit seinen Kameraden nach Hause zurück. Zu Hause erwartete Rita ihn schon sehnsüchtig mit den Kindern.. Sie nahm ihn in den Arm und weinte ich hab solch eine Angst gehabt um dich, habe alles im Fernsehen und Radio verfolgt aber jetzt bist du ja da. Haben alles im Griff gehabt sagte Markus mit seiner ihn bekannten Art. Er sprach nicht über das erlebte aber es hat sich tief in sein Leben eingeprägt bis heute.
Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit die sich in der Zeit des Waldbrandes im Raum um Weißwasser 1992 ereignete. Der Brand dauerte 3 Wochen bis alle Herde zum erliegen kamen. Er wurde bei langer Trockenheit in diesem Sommer durch Brandstiftung einer Gruppe von Jugendlichen ausgelöst. Sie wurden ermittelt und strafrechtlich verurteilt. Der junge freiwillige Feuerwehrmann war ein 18 jähriger junger Mann aus der Umgebung von Weißwasser, er verunglückte zwei Tage nach dieser Begebenheit mit seinem Mofa auf dem Weg zum Einsatzort tödlich. Diese Geschichte ist eine eigene Lebensepisode die ich damals als Bereitschaftspolizist erlebte.
copyrigth H.Kreische 01/06