Gedankenreise durch die Nacht

Holger
Gedankenreise durch die Nacht

Nachts wenn alles still, der Tag schon längst in seinen tiefen Schlaf verfallen ist und die Ruhe unser Inneres erreicht, stelle ich mir oft so manche Frage. Fragen nach Sinn und Wert so mancher Dinge und Ereignisse, die mein Herz im Leben schon erreicht haben. Oft kommen in diesen Momenten Zweifel über Richtigkeit und Sinn in mir auf. Der Mensch sollte sich öfter diese Fragen stellen, um ein Leben begreifen zu lernen und den Wert des Lebens, in sich zu erkennen. So manches uns nicht gefällt, so manches hätten wir lieber anders erlebt. Und doch, hat uns die Zeit Entscheidungen abgerungen, die unser Leben beeinflussten oder in Zukunft begleiten. Bei so manchen Gedanken keimt in mir die Traurigkeit, die Wehmut nach vergangenen, unwiederbringbaren Tagen auf.

Oft träume ich mich dann in meine Kindheit zurück, in das freie Bild einer Welt voller Träume und Wünsche. Lass mich dann auf dieser Reise von Elfen und Engeln begleiten. Sehe dann am Firmament den Stern, den schon mein Vater den „ meinen“ nannte. Der Stern, der mir in jeder kalten Winternacht, mit seinem Licht Frieden schenkte. Bilder tauchen auf, als wären sie nie vergangen, die Zeit, sie dreht sich zurück in tiefes Kindheitsglück. Die Jahre, sie verflogen viel zu schnell und doch ist unsere Reise eine Ewigkeit. Man begreift sie erst, nimmt man sich die Zeit, zu verweilen, sein Leben zu lieben und zu danken. Die Bilder, sie kehren zurück, die Liebsten, sind sie auch nicht mehr da, plötzlich spürt man sie ganz nah. Ein Gefühl der Wärme umgibt mein Herz, es ist als wären alle wieder da, sprechen mit mir. Sie sind mir aus einer anderen Welt so nah. Auch weiß ich in diesem Moment, dies kann nie mehr sein, fühl ich mich doch nicht allein.

Als Kind wollte ich wie alle schnell der Große sein, sah viele Werte des Lebens nicht ein. So manche Niederlage, war dann der Lohn für Unerfahrenheit und doch war die Welt groß und weit. Alles wusste ich so oft schon ganz genau, besser als die Alten es je getan hätten. Ging was schief, fing ich von vorne an. Doch mit jeder Niederlage, die ein Leben mit sich bringt, spürte ich, dass auch diese Erfahrung einen Menschen vorwärts bringt. Musste einsehen, nichts gibt es im Selbstverlauf, alles will geschaffen sein.

Träume sind die schönsten Momente im Leben, sie sind die Gedanken, die in uns leben. Der Mensch, wenn er mit seinem Inneren den Einklang findet, sich auf eine höhere Stufe der Lebensqualität begibt, seine Umwelt mit ganz anderen Augen sieht. So manche Dinge dann begreift, die ihn in seinem Leben haben gestreift. Bei der Geburt des eigenen Kindes, dieses größte Geschenk, was einem Selbst erreichen kann, fängt das eigene Leben von vorne an. Man teilt seine Träume und Ängste mit Leib und Herz, man spürt des Kindes Schmerz, auch ist es schon groß und nicht mehr so nah, es ist auf einmal immer in Gedanken da. Jeden Weg will man fortan begleiten, behüten, wie es einst die Eltern bei einem Selbst getan. Der Kreislauf des Lebens er fängt von vorne an. „ Nur diesmal zeig ich den Stern, der einst mir gehörte und mir das Licht des Friedens schenkte“. Nun ist es der Stern von meinem Sohn.

Ich genieße jetzt die kalte Nacht,
mit ihrem Duft der Frische und Reinlichkeit,
zu schön sind die Träume,
nimmt man sich die Zeit.
Zufriedenheit und Glück
ist kein Traumeswort.
Ich danke meinen Träumen,
ich liebe sie...........

Copyright H.Kreische 2006
Aus meiner ersten Veröffentlichung in dem Anthologieband „ art of mind“ Gedankenkunst Band 2 ISBN 3-9810547-6-8

Verlag Art of Arts
Holger
ich werde wohl an dieser Gedankenreise weiter träumen, ist einiges in der Zeit seit diese Gedanken in mir schwebten passiert, so das ich mal wieder auf Reise gehen werde.
darkfire
sehr schön