Ja wo leben wir denn!

Holger
fröhlich

Hier mal ein etwas anderer Buchtipp, aber sehr interessant wer sich auch für solche Dinge interessiert:


Zitat:
Ja wo leben wir denn!
In einem Land, in dem Polizisten und Bordellbetreiber unter einer Decke stecken? In einem Land, in dem Politiker diktieren, ob Anklage erhoben wird? In einem Land, in dem Menschen durch schlampige Ermittlungen ruiniert werden? In einer Bananenrepublik?

„Anklage unerwünscht“ heißt das neue Buch des investigativen Journalisten Jürgen Roth. Und das steckt voller brisanter Details. Roth ist aufgrund seiner Publikationen bei den Mächtigen im Land gefürchtet. Gemeinsam mit den Autoren Rainer Nübel und Rainer Fromm hat er jetzt haarsträubende Fälle juristischen Missbrauchs akribisch recherchiert.

Die Liste der unglaublichen Zustände ist lang. Mit dabei die „diskreten“ Geschäfte deutscher Top-Konzerne, die trotz eindeutiger Wirtschaftssanktionen gegen den Irak unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe mit Sadam Husseins Staat abgewickelt worden sind. Anderer Schauplatz anderes Personal: Sachsens Betrugs- und Bestechungsaffaire. Hätte ein Krimiautor dieses Kapitel erfunden, würde man ihm zuviel Phantasie attestieren. Leider aber ist es ein Blick auf bundesdeutsche Realität. Mit von der Partie: Alte Stasi-Seilschaften, ein ermordeter Gebrauchtwagenhändler, ein Handwerker, der als Bordellbetreiber reussiert und dann als schwer bewaffneter Bauunternehmer Geschäfte macht, ein überraschend abreisender Oberstaatsanwalt und ein Kripochef, der Selbstmord begeht. Aufklärung? Fehlanzeige.

Keine Frage. Was die Autoren leisten, ist eigentlich Sache der Justiz. Die hat aber keine Zeit. Oder „Gründe“, in gewissen Fällen Zurückhaltung zu üben. „Anklage unerwünscht“ macht diesen Herrschaften einen Strich durch die Rechnung. Auch ein spannendes Lehrstück über die Bedeutung mutiger und akribischer Journalisten für die Demokratie.


(Managementbuch.de, N24.de)

http://www.n24.de/politik/specials/00570/index.php