Geständnis

Holger
Geständnis

Wann ist es Zeit sich selbst zu gestehen?
Sich all das eigene Leben einmal zu betrachten.
Gehört dazu der Mut der Hoffnungslosigkeit?
Oder doch mehr das reale Sein der eigenen Erfahrungen.
Muss man erst weise, und belesen werden?
Oder ist es die Realität zu sehen, und sich dem Leben offen zu legen?
Fragen über Fragen, die Antworten findet man ganz allein.

Ich wollte stark sein, als der Tod in mein Leben trat.
Und war doch plötzlich so klein und schwach.
Ich wollte keine Tränen als Abschied schenken.
Und doch kam das letzte Lächeln in Traurigkeit.

Ich wollte über dem Schmerz einer verlorenen Liebe stehen.
Und merkte wie ich den Halt verlor.
Ich wollte mit Zuversicht in das Leben zurück nun finden.
Und stellte fest mich nur im Kreis zu drehen.

Ich wollte anderen Kraft und Hoffnung schenken.
Doch nahm ich mir meiner Kräfte selbst.
Ich wollte weder Dank, noch Ruhm erlangen.
Und doch vermisste ich ein kleines Gefühl davon.

Fragen über Fragen, und auf alles kommen die Antworten.
Wenn man ein kleines Gericht des Lebens erhört.

Ich wollte nur ein Zuhause finden.
Doch ein Reisender bin ich geblieben.
Ich wollte doch nur den Atem am Morgen spüren.
Wenn der geliebte Mensch an meiner Seite erwacht.
Geblieben ist die Vorstellung selbst.

Ich wollte nur den Duft deiner Haut in meine Sinne schließen.
Geblieben ist der fade Duft von totem Papier.
Die letzten Worte des Abschiedes, getränkt in Tränen.
Geblieben sind die Jahre der Erinnerung.

Ich gestehe was sind all die Dinge die man denkt tun zu müssen.
Gegen all die Gedanken die man nicht getan.
Ich gestehe die Stärke eines Menschen ist nicht sein Erscheinen.
Sie liegt darin sich selbst finden.
Nun nach all den Gedanken gestehe ich ein,
ich bin stolz ein Mensch zu sein.

© hkreische 03/09
Line
Lieber Holger, ich komme später noch mit einer Antwort auf diese Zeilen zurück.. muss aber erst Lukas vom Musikunterricht holen.. Eines bitte ich dich aber.. streiche das "nur" in der letzten Zeile... Nur ein Mensch, nein dass bist du ganz und gar nicht, du bist Mensch , wie ich und alle anderen .. .wir sind nicht "nur" wir sind...

Ich komme wieder und danke für diese wunderschönen, sehr nachdenklichen, gänsehautfördernden Zeilen.

Liebe Grüße an Dich , Line
Anke
Ey Holger warum musst du eigentlich immer alles so auf einen Punkt bringen, sodass man sich da immer wiederfinde

Einfach nur klasse...
Line
Lieber Holger,

wie versprochen, da bin ich.
Hat ein wenig gedauert, Windgebäck ist mittlerweilen auch im Backofenlaechel

Deine Zeilen heute haben mich sehr berührt. Es war irgendwie, wie ein
nach Hause kommen. Alles was ich in Frage stellte hast du mit diesem atemberaubenden Text beantwortet.

Ich mag eine gute Poetin sein, aber was nützt es wenn man nicht ansatzweise dass niederschreiben kann was man in sich spürt, weil einfach die Worte dafür fehlen. Du hast diese besondere Gabe, Worte zu finden die einfach unter die Haut gehen und wie Anke schon so wunderschön kommentiert hat, du triffst den Leser immer ...Einmal dafür Danke!!!

So aus sich raus zu kommen, solche Gedanken niederzuschreiben gebührt vorallem enormen Respekt und Hochachtung. Und diese habe ich vor dir und deiner Poesie.

Ich habe mir während der Fahrt zu Lukas Gedanken gemacht wie ich auf diese Zeilen antworten soll und bin zu dem Entschluss gekommen dass hier der Eindruck den man erlangt hat, im Grunde viel zu wenig ist.
Für mich zu wenig ist , ich möchte in dem Fall nur von mir sprechen.
Deswegen fällt mein Kommentar heute einwenig anders aus.

und zwar so....

Wie klein man sich auch fühlt ihm Leben,
wie nichtig und Bedeutungslos
was zählt sind die Momente,
der Schritt, die Spur, das Seelenboot

das einen immer weiter treibt
und nur du selbst bist mitten drin.

Das Klagelied kann ruhig erklingen,
der Mollakkord tut oft auch gut -
und wenn auch nicht die Vöge singen
du lebst, das alleine gibt dir Mut,

still ,dieser Melodie zu lauschen
anzunehmen in der Zeit,
die wie ein kleines Mühlenrad
dein Leben trotzdem weiter treibt.

Wo man nicht sät, wird nicht geerntet,
wo man nicht gießt, verdörrt das Sein,
doch wenn man lebt, spürt man ganz deutlich
ein Teil in diesem Kreis zu sein.

Die Hoffnung soll als letztes sterben,
solange diese in dir keimt,
gibt es an Nebeltagen, Sonne
und kleine Momente des Glücklichseins.

Die Welt da draußen ist nur Richter,
was du fühlst ist dass was zählt,
kein Urteil würde dies erkennen,
denn deine Stärke ist's-

die das Leben wählt.

©Behutsalem für Holger im März 2009
Diana
es könnte auch mein Leben sein crying crying crying
Holger
Vielen Dank an euch 3 lieben Planetarier, Anke,Diana und Line jedes kleine Wort von euch ist ein großes Dankeschön für mich. Passt alle gut auf euch auf auf euren Wegen alles wird gut irgendwann........ fröhlich
Diana
drück Dich mal ganz feste, mich holt gerade meine Vergangenheit ein
Holger
bei mir brennt gerade wie jeden Abend ein Kerzenlicht es wird auch virtuell für dich mit in die Nacht scheinen und Frieden schenken. Alles liebe für dich Diana fröhlich