Gesellenstück

Line

Ich sitze auf dem Buchenstamm -
er modrig alt, ich lebensblind;
um mich herum rauscht Stund um Stund
mein Seelenlaub und mit dem Wind,
verfliegt der letzte Maientag.

Im Ohr verharrt der Vogelsang -
vertont mein leises Klagelied; erbitt’,
dass durch den Flügelschlag der Klang,
durchs neue Blattwerk zieht,
der frische Duft es neu belebt.

Ich suche mich in dem Geäst -
verspür im Rücken meine Last;
verzweigt verbleibt der alte Weg.
Erkenn mein Ziel, und der Ballast
verwittert gleich dem Buchenstamm.
Holger
ich danke dir Line das ich heute nach längerer Zeit wieder einen Text lesen durfte. Dein Text ( ich kenne ja sein Grundgerüst in der Entstehungsphase ) hat eine Tiefe die schon sehr zum innehalten führt. Traurige Wehmut aber dennoch klare Analyse sind gepaart mit deiner dich auszeichnenden Wortmelodie die alle Regeln der Kunst zu schreiben verinnerlicht. Gedanken die einen Menschen erdrücken können aber auch befreien denn eine Analyse seiner selbst ist immer ein Weg in die Zukunft nur das verweilen an einem Ort des Seelenbefindens löscht die letzten Funken der Hoffnung.

Es war eine Freude an deinen Gedanken teilnehmen zu dürfen hier, dafür danke ich dir Line.
Augenzwinkern fröhlich
Asmodis
Wunderbar smilie_op_014
Monika
mich stimmt das Gedicht etwas traurig